Rezension über:

Constant J. Mews / Seppo Heikkinen (eds.): The Letters of Hugh Metel (= Boydell Medieval Texts; Vol. 5), Woodbridge: Boydell Press 2025, XL + 484 S., ISBN 978-1-83765-091-0, GBP 115,00
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Rezension von:
Peter Orth
Institut für Altertumskunde, Mittellateinische Abteilung, Universität zu Köln
Redaktionelle Betreuung:
Ralf Lützelschwab
Empfohlene Zitierweise:
Peter Orth: Rezension von: Constant J. Mews / Seppo Heikkinen (eds.): The Letters of Hugh Metel, Woodbridge: Boydell Press 2025, in: sehepunkte 26 (2026), Nr. 4 [15.04.2026], URL: https://www.sehepunkte.de
/2026/04/40221.html


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Constant J. Mews / Seppo Heikkinen (eds.): The Letters of Hugh Metel

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Die Briefsammlung des Hugo Metellus, der aus Toul stammte und im dortigen Regularkanonikerstift St. Leo lebte, gehört zu den am wenigsten untersuchten aus dem an Briefcorpora reichen 12. Jahrhundert. Die Sammlung war bisher im unkommentierten Abdruck des Charles Louis Hugo (1731) [1] zu benutzen, der wie die hier anzuzeigende Edition auf dem Codex unicus, Berlin, Staatsbibliothek - Preußischer Kulturbesitz, Ms. Phill. 1694, fol. 139ra-185rb, beruht (= B, 12. Jahrhundert; ein Digitalisat von B stand dem Rezensenten nicht zur Verfügung). Er fand vor allem aufgrund der dort tradierten zeitgenössischen Dichtungen Beachtung [2], enthält aber auch Briefe des spätantiken Rhetors Symmachus und Ivos von Chartres.

Hugo Metellus selbst dürfte die 55 Briefe seiner Sammlung zusammengestellt haben, die sich nur näherungsweise in die 1130er und 1140er Jahre datieren lassen. Die Empfänger werden dagegen namentlich genannt und gehören meist in das Umfeld von Toul und in die Trierer Kirchenprovinz; Hugo korrespondierte freilich auch mit Heloise (Brief 16 und 17), Petrus Abaelardus (Brief 5) und Bernhard von Clairvaux (Brief 1 und 10). Das thematische Spektrum ist groß und umfasst mit einschlägigen Topoi gespickte Freundschaftsbriefe (Brief 12), einen Brief an einen Romreisenden (Brief 9), wie sie sich bei Hildebert von Lavardin oder Nicolaus von Montiéramey finden, panegyrische Würdigungen (Brief 1), Stellungnahmen zu Anfragen, theologische und exegetische Gutachten.

Briefe an Hugo sind wie üblich nicht Teil des Corpus. Hugos Latein ist rhetorisch geprägt, durch Prosareim gegliedert, mit metrischen Phrasen durchsetzt und von einem Geflecht impliziter und expliziter Zitate aus einer Vielzahl von Quellen durchzogen. Gewoben ist es zuvörderst aus der Bibel und Patristik, hier vor allem Augustinus, Hieronymus und Gregor dem Großen, an deren Seite römische und mittelalterliche Autoren wie Horaz, Ivo von Chartres und Bernhard von Clairvaux treten. Nicht immer bezog Hugo Metellus sein beachtliches Wissen unmittelbar aus diesen Autoritäten.

Die Ausgabe, die von Constant J. Mews und seinen Mitarbeiterinnen Marjorie Mitchell und Rina Lahav (VIII) begonnen und von Seppo Heikkinen abschließend revidiert wurde, ist über einen längeren Zeitraum entstanden [3], was sich leider in einer ganzen Reihe von Inkonzinnitäten und Mängeln niederschlägt. Die Einleitung (X-XL) folgt einem klassischen Muster und unterrichtet über Leben und Werk Hugos (XII-XV), bevor sie sich ausführlicher seinem epistolographischen Netzwerk (XV-XXII) und (mit Abdruck einiger poetischer Stücke) der Berliner Handschrift (XXVII-XXXIX) widmet, die (indirekt) aus dem Umfeld des Autors stammen und somit seine literarischen Interessen widerspiegeln könnte. Die Ausgabe soll sich in Orthographie und Interpunktion weitgehend an B orientieren (XL), einem auch nach meiner Einschätzung recht zuverlässigen Textzeugen. Eine Besprechung literarisch-stilistischer Aspekte und eine Einordnung Hugos in die epistolographische Landschaft vermisst man.

Daran schließt sich die Edition der 55 Briefe mit paralleler englischer Übersetzung, knappem textkritischem und teils ausführlichem Sach- und Quellenapparat inklusive eines Regests in der jeweils ersten Fußnote an (2-203 in doppelter Zählung), mit Seitenkonkordanzen zur Erstausgabe, zu B und einem (für die Textgestaltung unerheblichen) Apographon von B. Im Allgemeinen wird der lateinische Text für kundige Leser verständig eingerichtet, die englische Version, die erste vollständige Übersetzung überhaupt, ist gut lesbar und versucht der anspruchsvollen Prosa Hugos gerecht zu werden. Pionierarbeit wurde auch durch das Eruieren und punktuelle Kommentieren vieler hundert Entlehnungen oder Parallelen geleistet: Ein solider Ausgangspunkt für die weitere Beschäftigung mit Hugo Metellus liegt somit vor.

Bei genauerer Betrachtung wird das Bild freilich getrübt. Zahlreiche kleinere und größere Fehler und Versehen durchziehen alle Teile des Buches. Zu recht häufigen gewöhnlichen Schreibfehlern und unkorrigierten Textübernahmen aus Datenbanken treten eine an vielen Stellen erratische, durch die Anlehnung an B schwerlich zu rechtfertigende Interpunktion des lateinischen Textes, die mitunter das Textverständnis auf Abwege führt, eine unvollständige Dokumentation der Abweichungen von Hugos Abdruck (1731) und angesichts der zur Verfügung stehenden Hilfsmittel kaum begreifliche Lücken und Fehlzuweisungen im Quellenapparat. Eine kursorische Auswahl an Beobachtungen sei nachstehend zusammengetragen, die sich bei systematischer Recherche ohne Zweifel vermehren ließen:

Bereits im Verzeichnis der Abkürzungen (IX) stößt man auf ein "Corpus Scriptorum Ecclesiasticorum Latina" (statt: "Latinorum") und auf die "Gallia Christiana in provincias ecclesiastica distributas" (statt: "ecclesiasticas distributa"). In einem außerhalb der Briefsammlung in B enthaltenen poetischen Brief Hugos ist zu lesen (XXXI): Infrirmis sanis tua fiat, dextera presto (statt: Infirmis sanis tua fiat dextera presto), in einem transkribierten Gedicht an eine vornehme Frau (XXXIIf.) ornate (statt: ornata) und te raptam, Phrige dolerent (statt: te raptam Phrige; die Übersetzung "your capture, Phrygian one" trifft nicht zu: gemeint ist der Raub durch einen Phrygier wie Paris): Wattenbach [2] ist hier philologisch zuverlässiger. So eingestimmt, wird man im Editionsteil hellhörig und fündig:

(2) Brief 1, 1 fragmenta illius ne pereant colligere: nach Io 6, 12.

(2) Brief 1, 2 gustauerunt, salutiferum saporem: Die Interpunktion ist sinnwidrig, saporem ist das Objekt zu gustauerunt.

(3) Brief 1, 4 erem: lies aerem.

(3) Brief 1, 4 agonistas (übersetzt mit "you struggle"): Es handelt sich jedoch um den Akkusativ zu agonista, nicht um eine finite Verbform.

(22) Brief 1, 53 cartulam [...] exaratam. Rethoriceque dulcedinis nesciam (übersetzt mit "I may not know of the sweetness of rhetoric."): nesciam ist ein adjektivisches Attribut zu cartulam, und so sollte auch interpungiert werden: cartulam [...] exaratam rethoriceque dulcedinis nesciam.

(22) Brief 1, 54 superna de sede: Metrisch passend ist allein supera de sede, das auch der Editor Hugo offeriert.

(51) Brief 9, 2 in hoc uoto oris cordisque idem sit sonus: vgl. u.a. Prosper von Aquitanien, Liber sententiarum 6 (CC SL 68A, 258) Vera est confessio benedicentis, cum idem sonus est et oris et cordis.

(51) Brief 9, 2 in via, et in invio: vgl. Ps 106, 40.

(52) Brief 9, 3 inquit Ieremias: der erste Editor Hugo gibt an dieser Stelle die Abkürzung Jer., und man ist versucht an Ieronimus zu denken, aus dessen 121. Brief die Stelle zu stammen scheint (vgl. Anm. 3 der Ausgabe).

(54) Brief 10, 4 in munda animalia: lies inmunda animalia.

(55) Brief 10, 6 nec brachium eius adbreuiatum est: vgl. Is 50, 2 und 59, 1.

(57) Brief 11, 6 pro pellicula peregrini, muris redolente (übersetzt mit "in place of a traveller's skin, scented with musk"): vgl. jedoch Hieronymus, epist. 130, 19 (CSEL 56, 199) peregrini muris olentes pelliculas. Es geht also um die Spezies mus peregrinus. Dieser Brief wird auch an anderer Stelle von Hugo herangezogen (Brief 27 und 36).

(57) Brief 11, 6 caudam inmolare: nach Lv 3, 9 so bei Hildebert von Lavardin, epist. 48 (von Moos [4]; Migne PL 171, 156A).

(57) Brief 11, 6 conuersatio iam in celis est: nach Phil 3, 20.

(58) Brief 11, 2 Familiare: Exordium wie in Hildebert von Lavardin, epist. 21 (von Moos; Migne PL 171, 216B).

(59) Brief 12, 4 Eructauit siquidem cor: Ps 44, 2.

(59) Brief 12, 5 medose: lies mendose.

(59) Brief 12, 5 si cor suum super uias suas poneret: Agg 1, 5.

(59) Brief 12, 5 recantaret. Et palinodiam scriberet: lies recantaret et palinodiam scriberet.

(61) Brief 13, 2 cum scripto uestro [...] monere: Die Emendation zu eum scripto uestro [...] monere bietet sich an.

(61) Brief 13, 2 non reuertetur de agro uacuus ad aream: erinnert an Gregor den Großen, Homeliae in evangelia 2, 22, 1 (CC SL 141, 181) Et si ex messe portare manipulos multos non possum, numquidnam debeo ad aream uacuus redire?

(62) Brief 13, 3 Exite, inquit, propheta de medio malorum: Zu interpungieren ist Exite, inquit propheta, de medio malorum.

(62) Brief 13, 4 preesse [...] prodesse: im Hintergrund steht Regula Benedicti 64, 7.

(63) Brief 14, 1 abiectus in domo Dei: Ps 83, 11.

(63) Brief 14, 2 abita: lies habita.

(63) Brief 14, 4 pone te [...] murum, pro domo Israel: lies pone te [...] murum pro domo Israel mit Ez 13, 5.

(64) Brief 14, 5 könnte das Auftaktzitat unvermittelt aus Sulpicius Severus (epist. 3, 11) bezogen sein.

(64) Brief 14, 5 uiriliter [...] confortare: vgl. Ios 1, 18.

(65) Brief 15, 1 zelum domus Domini haberem: zu lesen ist habere als Objekt der Salutatio, vgl. auch Ps 68, 10.

(66) Brief 15, 4 seudo: lies pseudo.

(66) Brief 15, 5 uiri sanguinum et dolosi: nach Ps 54, 24.

(67) Brief 16, 2 beginnt mit einem katalektischen daktylischen Tetrameter in syllabam (Fama sonans per inane uolans).

(67) Brief 16, 3 induitem: lies induite.

(67) Brief 16, 3 qui ligna in siluam fero: vgl. Horaz, sat. 1, 10, 34.

(68) Brief 16, 5 beginnt mit einer Reminiszenz an Ovid, trist. 4, 10, 1-3 und schließt in Anlehnung an Iob 42, 16.

(68) Brief 16, 5 palmo: nach Is 40, 12.

(68) Brief 16, 5 Custodiens [...] liberauit me: Ps 114, 6.

(82f.) Brief 22, 5 Ira debet esse ancilla iusticie [...] sed nunquam sequenda: Gregor der Große, Registrum epistularum 11, 4 (CC SL 140A, 864).

(85) Brief 22, 11 plurima in scriptura diuina ambigue dicuntur, ut multipliciter exponantur: Hugo selbst weist auf die Homilien Gregors des Großen über Ezechiel hin (hier: 1, 10, 31 [CC SL 142, 159]) [5], die Editoren geben jedoch Anm. 9 eine unzutreffende Stelle aus den Moralia in Iob.

(99) Brief 27, 2 In desideriis enim est anima ociosi: Hieronymus, epist. 130, 15, 3 (CSEL 56, 196) nach Prv 13, 4, was in Brief 36, 3 (133) von Hugo explizit gesagt und von den Editoren dort auch verifiziert wird.

(99) Brief 27, 3 Vita quod est nimium, uita quod est parum (übersetzt mit "what is too much in life and what is too little"): Es handelt sich allerdings um den Imperativ im Singular von uitare, an den jeweils ein Relativsatz anschließt.

(100) Brief 27, 4 omnes sensus supererant: superant trifft eher zu.

(123) Brief 34, 3 Paruum siquidem parua decerent, metiri se quisque debet: kombiniert aus Horaz, epist. 1, 7, 44 und 98.

(153) Brief 42, 3 si tota ciuitas [...] uallo muniatur, foramen autem [...] relinquatur, tota ciuitas capta uenundatur: Vorbild dürfte Gregor der Große, Moralia in Iob 19, 21, 33 (CC SL 143A, 983) sein.

(156) Brief 42, 10 in dotatio: der Editor Hugo (390) dürfte mit in dotalitio richtig liegen.

(156) Brief 42, 10 ist das Futur obuiabit sicher nicht korrekt.

(163) Brief 43, 10 sicut per quemdam doctorem dicitur: die Stelle geht zurück auf Ambrosius, Expositio psalmi CXVIII 18, 2 (CSEL 62, 396f.) etiamsi fides deerat, poena satisfecerat. In der bei Hugo Metellus verwendeten Formulierung bei Gratian, Decretum 2 c. 33 q. 3 d. 3 und bei Petrus Lombardus, sententiae 4 d. 15 c. 3, 5 und 8.

(166) Brief 45, 2 re responsa dabam: lies responsa dabam. Beim Spaltenwechsel in B wurde die Silbe re- offenkundig doppelt geschrieben, ein Fehler, den der Editor Hugo stillschweigend korrigierte.

(166) Brief 45, 3 dedidici iam pace uiam qua preditare solebam (übersetzt mit "which I used to offer"): Die Emendation zu peditare ("schreiten") liegt nahe und macht aus dem Satz einen fast korrekten Hexameter, vgl. zusätzlich Lucan 1, 131 Dedidicit iam pace ducem.

(166) Brief 45, 4 Etas etiam, ingenium attenuat: lies Etas etiam ingenium attenuat.

(166) Brief 45, 4 Dies etenim mei sicut umbra declinauerunt: Ps 101, 12.

(166) Brief 45, 4 quadam que ante noueram (übersetzt mit "certain things which"): lies mithin quedam (quaedam), que ante noueram.

(171) Brief 46, 2 Animo cupienti nichil satis festinatur: Sallust, Iugurtha 64, 6.

(171) Brief 46, 2 Verbum siquidem emissum irreuocabiliter uolat: Horaz, epist. 1, 18, 71. Die Anm. 2 ausführlich zitierte Stelle aus Hieronymus, Adversus Iovinianum hat mit dem Kontext bis auf die Junktur grues, ciconiae sachlich nichts zu tun.

(171) Brief 46, 2 Ad locum unde exeunt flumina reuertuntur, ut iterum fluant: Ecl 1, 7.

(172) Brief 46, 6 Super quod Ieronymus sic commentator: 'Non est', inquit, 'prophetia, descendens de prescientia Dei, ubi omnia sicut sunt permanent, sed est comminatio ad correptionem, propones iustam ultionem, secundum peccata presentia Niniuitarum: Die in Anm. 6 ausführlich zitierte Passage aus dem Ezechiel-Kommentar des Hieronymus hat offensichtlich mit dieser Stelle nichts gemein, die Ion 3, 4 erläutern soll. Tatsächlich bedient sich Hugo hier wohl der Glossa ordinaria zu Ion 3, 4. [6] Zu lesen ist im Übrigen wohl commentatur und proponens, was auch die Edition Hugos bietet, allerdings hier nicht im Apparat vermerkt wurde, aber der Übersetzung entspricht ("discusses" bzw. "proposing").

(173) Brief 46, 9 Quod petisti a me frater, mi impetrasti: lies Quod petisti a me, frater mi, impetrasti.

(173) Brief 46, 9 Pes oculum portat [...]: inspiriert durch Gregor den Großen, Regula pastoralis 3, 10 (Sources chrétiennes 382, 310).

(184) Brief 50, 2 premissis aliis scriptoribus (übersetzt mit "putting aside other authors"): liegt die Emendation zu pretermissis nahe.

(184) Brief 50, 2 reseuauerit: lies reseruauerit.

(185) Brief 50, 2 inocculta (übersetzt mit "any hidden things"): Die korrekt identifizierte Vorlage bei Augustinus lässt nur die Option, ui occulta zu lesen.

(188) Brief 51, 6 Poteram olim stando pede uersus componere mille: vgl. Horaz, sat. 1, 4, 9f.

(188) Brief 51, 6 poteram duobus uel tribus scriptoribus dictando sufficere: Hugo dürfte damit auf die beim älteren Plinius, Naturalis historia 7, 25, 91 von Caesar kolportierte celeritas volucris anspielen, ähnlich später Peter von Blois, epist. 92 (Migne PL 207, 290D).

(188) Brief 51, 6 Patior letargum: Boethius, Consolatio philosophiae 1 pr. 2, 5.

(189) Brief 51, 9 nisi corpus ex ere assumpsisset: lies nisi corpus ex aere assumpsissent, da von Engeln, luftigen, nicht ehernen Wesen, die Rede ist. Der Wortlaut des Zitats entspricht ein weiteres Mal der Glossa ordinaria zu Gn 18, 2 [7] und nicht der in Anm. 8 umfänglich zitierten Stelle aus den Moralia in Iob Gregors des Großen. Zu erwägen ist daher auch, ei apparerent der Edition mit der Glossa zu enim apparerent zu korrigieren.

(190) Brief 52, 2 interloquendum: lies inter loquendum.

(191) Brief 52, 6 plage diluuii (übersetzt mit "with the disaster of the flood"): lies plaga (Nominativ) diluuii wie schon in der Ausgabe Hugos und in der richtig erkannten, aber nicht in vollem Umfang zitierten pseudo-augustinischen Vorlage.

(203) Brief 55, 3 operator (übersetzt "is at work"): lies operatur.

Eine Bibliographie, ein umfängliches Verzeichnis der nachgewiesenen Zitate aus Bibel, patristischer, antiker und mittelalterlicher Literatur sowie ein knapper "general index", der im wesentlichen Eigennamen enthält, beschließen den Band (204-242). Gelegentlich werden im Literaturverzeichnis überholte Editionen aufgeführt, so wird (207) der Codex Udalrici nach Philipp Jaffé (1869), nicht nach Klaus Naß (MGH Die Briefe der deutschen Kaiserzeit 10, 2017), wird (208) Hildeberts Vita der Maria Aegyptiaca nach Migne, nicht nach Norbert Larsen (CC Cont. med. 209, 2004) zitiert. Ausgesprochen kurios mutet (211) "Ovid, Expositio in Matheo" an: Richtig ist Paschasius Radbertus.

Das Fazit muss also gemischt ausfallen: Ohne Zweifel wurde verdienstvolle Grundlagenarbeit geleistet. Die Genese der Edition, an der augenscheinlich über Jahrzehnte verschiedene Akteure und Akteurinnen werkelten, hat indes unvorteilhafte Spuren und Lücken hinterlassen.


Anmerkungen:

[1] Charles Louis Hugo: Sacrae antiquitatis monumenta historica, dogmatica, diplomatica, t. 2, St. Dié 1731, 312-412. Vgl. auch https://www.geschichtsquellen.de/werk/2953/ (Bearbeitungsstand: 17.10.2025).

[2] Dazu Wilhelm Wattenbach: Beschreibung einer Handschrift mittelalterlicher Gedichte, in: NA 17 (1892), 351-384 und Christopher James McDonough: Hugh Metel and the Floridus aspectus of Peter Riga (Staatsbibliothek zu Berlin Preussischer Kulturbesitz Phillipps 1694), in: Mediaeval Studies 67 (2005), 27-74.

[3] Ein erster Beitrag des Editors war Constant J. Mews: Hugh Metel, Heloise, and Peter Abelard: The Letters of an Augustinian Canon and the Challenge of Innovation in Twelfth-Century Lorraine, in: Viator 32 (2001) 59-92.

[4] Vgl. die Konkordanz bei Peter von Moos: Hildebert von Lavardin 1056-1133. Humanitas an der Schwelle des höfischen Zeitalters (Pariser Historische Studien; 3), Stuttgart 1965, 365-368.

[5] Sed quia plerumque in sacro eloquio ideo aliquid obscure dicitur, ut dispensante mirabiliter Deo multipliciter exponatur [...].

[6] Vgl. Glossae Scripturae Sacrae-electronicae (Gloss-e) (https://gloss-e.irht.cnrs.fr/php/editions_chapitre.php?id=liber&numLivre=44&chapitre=44_3).

[7] Glossae Scripturae Sacrae-electronicae (Gloss-e) (https://gloss-e.irht.cnrs.fr/php/editions_chapitre.php?id=liber&numLivre=03&chapitre=03_18): GREGORIUS. Abraham non potuisset angelos videre hospitio suscipere et cibos adhibere nisi corpus ex aere assumpsissent. Non enim apparerent, non cibos sumerent nisi solidum corpus ex celesti elemento haberent nec mirum quod modo angeli modo Dominus vocantur quia angeli vocantur qui exterius ministrant et Dominus ostenditur qui interius imperat.

Peter Orth